Nach einer Absage

Stromanbieter abgelehnt? So gehen Sie weiter vor.

Eine Person öffnet an ihrem Schreibtisch einen Brief

Ihr neuer Stromanbieter hat den Antrag abgelehnt? Fragen Sie nach dem Grund und prüfen Sie, ob der alte Vertrag weiterläuft. Eine Absage heißt nicht, dass jeder Anbieter Sie ablehnt. Wichtig ist, dass Sie wissen, wer Sie bis zu einem möglichen Wechsel mit Strom beliefert.

Etwa 7 Minuten LesezeitStand: 23. September 2026Autor: Sven Siepmann

Die kurze Antwort

Eine Ablehnung betrifft zunächst nur diesen Antrag. Ihr bisheriger Stromvertrag endet dadurch nicht automatisch. Prüfen Sie, ob bereits gekündigt wurde, und kontrollieren Sie die Angaben im Antrag. Fehlt nach dem Vertragsende ein neuer Anbieter, müssen Sie die weitere Grund- oder Ersatzversorgung klären.

Stromvertrag abgelehnt oder fehlen noch Angaben?

Eine Eingangsbestätigung, eine Bitte um weitere Angaben und eine endgültige Ablehnung sind drei unterschiedliche Nachrichten. Lesen Sie die letzte Mitteilung vollständig. Steht dort, dass der Anbieter den Vertrag nicht annimmt, oder fehlt lediglich eine Angabe zur Lieferstelle? Prüfen Sie auch, ob eine frühere Nachricht im Spamordner liegt oder sich auf einen anderen Antrag bezieht.

Halten Sie Antragsnummer, Datum, Lieferadresse und gewünschten Beginn bereit. Achten Sie darauf, wer Ihnen geschrieben hat: Das Vergleichsportal kann den Eingang des Auftrags bestätigen, bevor der Stromanbieter über den Vertrag entschieden hat.

Wenn der Status unklar ist, fragen Sie den ausgewählten Anbieter ausdrücklich: Wurde mein Antrag endgültig abgelehnt? Werden noch Unterlagen benötigt? Ist eine Kündigung beim bisherigen Versorger bereits veranlasst worden? Bewahren Sie die Antworten auf. So vermeiden Sie, dieselbe Versorgung parallel mehrfach zu beauftragen.

Eine Tarifübersicht oder eine automatische Zusammenfassung Ihrer Daten reicht nicht als Zusage. Lesen Sie, ob der Anbieter den Vertrag ausdrücklich bestätigt und einen Lieferbeginn nennt. Mehr dazu finden Sie unter Stromanbieter wechseln.

Warum lehnt ein Stromanbieter den Antrag ab?

Eine negative Schufa kann ein Ablehnungsgrund sein. Es können aber auch Angaben fehlen, die Zählernummer falsch sein oder Bedingungen des Tarifs nicht passen. Aus einer Absage ohne Begründung lässt sich die Ursache nicht sicher erkennen. Fragen Sie deshalb beim Anbieter nach.

Möglicher BereichWas Sie prüfen können
PersonendatenStimmen Name, Anschrift und gegebenenfalls frühere Anschrift mit den verlangten Angaben überein?
LieferstelleIst die richtige Wohnung mit passender Zählernummer oder Marktlokations-ID angegeben?
VertragsdatenPassen Wunschbeginn, bisheriger Anbieter und Kündigungssituation zusammen?
TarifvoraussetzungenIst der Tarif für Ihre Region, Zählerart und Kundensituation verfügbar?
BonitätGibt es einen konkreten Hinweis auf eine Auskunftei oder auf offene Forderungen beim Unternehmen?

Die Tabelle hilft Ihnen, mögliche Fehler zu finden. Welcher Grund tatsächlich zur Ablehnung geführt hat, kann nur der Anbieter klären. Einen festen Schufa-Score, ab dem alle Unternehmen einen Stromvertrag anbieten, gibt es für diesen Vergleich nicht.

Falsche Angaben im Stromantrag oder bei der Schufa korrigieren

Ist im Antrag ein Fehler, fragen Sie den Anbieter, ob er ihn korrigieren kann oder einen neuen Auftrag braucht. Verwenden Sie im nächsten Antrag keine abweichenden Namen oder falschen Adressen, um eine Prüfung zu umgehen.

Hat der Anbieter eine Auskunftei genutzt, fragen Sie nach deren Namen. Sie können grundsätzlich Auskunft über Ihre personenbezogenen Daten verlangen und falsche Angaben berichtigen lassen. Prüfen Sie konkrete Einträge und legen Sie Belege vor. Ein negativer Eintrag ist allerdings nicht automatisch falsch.

Wurde ein Fehler behoben, bitten Sie den Stromanbieter um eine erneute Prüfung. Eine Zusage ist dadurch nicht sicher, denn er kann auch andere zulässige Kriterien berücksichtigen. Geben Sie nur die Informationen weiter, die für diese Prüfung nötig sind.

Geben Sie im Antrag nur richtige Daten an.

Falsche Namen oder Lieferadressen können weitere Probleme verursachen. Fragen Sie nach, wie sich ein Fehler im bestehenden Antrag berichtigen lässt.

Läuft Ihr bisheriger Vertrag weiter?

Prüfen Sie die Kündigungsbestätigung Ihres bisherigen Anbieters. Eine Absage des neuen Anbieters hebt eine bereits erklärte Kündigung nicht automatisch auf. Steht kein Vertragsende fest, fragen Sie nach, ob und wann gekündigt wurde.

Endet der alte Vertrag bald, muss geklärt werden, wer danach liefert. Je nach Fall kommt Grund- oder Ersatzversorgung infrage. Fragen Sie nach Beginn und Preisen. Die Unterschiede erklärt der Ratgeber zur Grundversorgung trotz Schufa.

Haben Sie zusätzlich eine Sperrandrohung erhalten, kümmern Sie sich darum gesondert. Die Absage eines neuen Anbieters hebt diesen Termin nicht auf. Kontaktieren Sie den bisherigen Lieferanten und fragen Sie, wie sich die Sperre verhindern lässt.

Zahlen Sie weiterhin die Beträge, die Sie nach Ihrem laufenden Vertrag schulden. Ist unklar, welcher Anbieter abrechnen darf, sammeln Sie Vertragsbestätigungen und Rechnungen und fragen Sie nach. Stellen Sie Zahlungen nicht allein wegen eines ungeklärten Wechsels ein.

Anderen Stromanbieter trotz Schufa finden

Ein anderer Stromanbieter kann Ihren Antrag trotz der ersten Absage annehmen. Vergleichen Sie passende Tarife und beauftragen Sie einen Anbieter nach dem anderen. Mehrere gleichzeitige Aufträge machen es schwerer, Zusagen und Kündigungen zu verfolgen.

Nutzen Sie realistische Verbrauchswerte. Prüfen Sie den Gesamtpreis, die Zahlungsweise, Laufzeit, Kündigungsfrist und den Umfang einer Preisgarantie. Ein sehr günstiger Tarif hilft wenig, wenn eine hohe Vorleistung erforderlich ist, die Ihr Budget nicht trägt. Auch ein großer Bonus kann Bedingungen haben, die erst später erfüllt werden müssen.

Versprechen wie „ohne Schufa“ oder „jeder bekommt Strom“ sollten Sie in den Tarifbedingungen prüfen. Auch ohne Schufa-Abfrage kann der Anbieter Ihre Bonität auf andere Weise prüfen. Der Ratgeber Strom ohne Bonitätsprüfung erklärt die Unterschiede.

Im Vergleichsrechner finden Sie aktuelle Stromtarife. Ob ein Anbieter Sie annimmt, entscheidet er nach Ihrem Antrag. Warten Sie auf die Vertragsbestätigung und den Lieferbeginn. Klären Sie außerdem, wer den alten Vertrag kündigt.

Mehrere Stromanbieter lehnen ab: Was tun?

Vergleichen Sie die Antworten der Anbieter. Fehlt überall dieselbe Angabe? Ist Ihre Zählernummer korrekt? Gibt es offene Rechnungen bei einem der Unternehmen? Schreiben Sie zu jedem Antrag Datum, Status und genannten Ablehnungsgrund auf. So erkennen Sie eher, was Sie vor einem weiteren Versuch klären müssen.

Läuft der alte Vertrag weiter, haben Sie Zeit, mögliche Fehler zu klären. Steht ein Umzug oder Vertragsende bevor, fragen Sie zuerst nach der anschließenden Stromlieferung. Droht eine Sperre wegen unbezahlter Rechnungen, kümmern Sie sich vorrangig um Stromschulden und Ratenzahlung.

Bei unklaren Verträgen hilft die Verbraucherzentrale. Wenn das Geld für Rechnungen nicht reicht, wenden Sie sich an eine anerkannte Schuldnerberatung. Für falsche Daten bei einer Auskunftei richten Sie Ihren Auskunfts- oder Berichtigungsantrag an die betroffene Stelle.

Bewahren Sie auch die Unterlagen abgelehnter Anträge auf. Falls später Fragen zu einer Kündigung oder einem Auftrag auftauchen, können Sie den Ablauf damit belegen. Prüfen Sie bei einer Zusage neben dem Lieferbeginn auch, ob Sie die laufenden Kosten bezahlen können.

Kurz beantwortet

Häufige Fragen nach einer Ablehnung

Bedeutet eine Ablehnung, dass ich keinen Strom bekomme?

Nein. Die Absage gilt zunächst für diesen Antrag. Prüfen Sie, ob Ihr bisheriger Vertrag weiterläuft. Wenn er bereits gekündigt wurde, fragen Sie nach der anschließenden Stromversorgung.

Hat immer die Schufa die Ablehnung verursacht?

Nein. Auch falsche Daten, eine unklare Zählerzuordnung oder nicht erfüllte Tarifbedingungen können eine Ursache sein. Fragen Sie den Anbieter nach dem konkreten Grund.

Soll ich den gleichen Antrag sofort noch einmal senden?

Klären Sie zuerst, ob es eine endgültige Absage oder nur eine Rückfrage ist. Ein identischer zweiter Antrag löst einen Datenfehler nicht. Fragen Sie, ob der bestehende Antrag korrigiert werden kann.

Kann ich meine Daten bei einer Auskunftei prüfen?

Ja. Sie haben grundsätzlich ein Recht auf Auskunft und können falsche Angaben berichtigen lassen. Ein zutreffender negativer Eintrag lässt sich aber nicht allein deshalb löschen, weil ein Stromanbieter abgelehnt hat.

Kann ein anderer Anbieter mich trotzdem akzeptieren?

Ja, das ist möglich. Anbieter können unterschiedliche Annahmekriterien haben. Eine Garantie gibt es nicht. Entscheidend ist die Vertragsbestätigung des neuen Lieferanten.

Ist meine alte Kündigung nach der Absage unwirksam?

Nein, nicht automatisch. Prüfen Sie, ob bereits wirksam gekündigt wurde und welches Vertragsende bestätigt ist. Klären Sie das direkt mit den beteiligten Unternehmen.

Hilft Vorkasse nach einer Ablehnung?

Vorkasse garantiert keine Zusage. Sie müssen außerdem Geld vorstrecken und können es bei einer Insolvenz des Anbieters verlieren. Prüfen Sie daher Kosten, Bedingungen und Ihr verfügbares Budget.

Was unterscheidet die Absage von einer Stromsperre?

Die Absage betrifft einen neuen Vertrag. Bei einer Stromsperre wird der Anschluss tatsächlich abgeschaltet. Dafür gelten eigene Regeln. Ein neuer Antrag verhindert oder beendet eine Sperre nicht automatisch.

Quellen und Prüfstand

Dieser Ratgeber gilt für Stromanschlüsse in Deutschland. Quellen zuletzt geprüft am 23. September 2026. Für Ihren Vertrag sind die aktuellen Unterlagen und gesetzlichen Regeln entscheidend. Eine persönliche Rechts- oder Schuldnerberatung bieten wir nicht an.