Die kurze Antwort
Strom ohne Schufa bedeutet nicht automatisch Strom ohne Bonitätsprüfung. Ein Anbieter kann andere Auskunfteien nutzen oder eigene Zahlungserfahrungen berücksichtigen. Auch ein Tarif im Vergleichsrechner ist keine Zusage. Ob Ihr Antrag angenommen wird, entscheidet der Stromanbieter.
Strom ohne Schufa oder ohne Bonitätsprüfung?
Die SCHUFA sammelt als Auskunftei Informationen, die Unternehmen zur Bewertung von Zahlungsrisiken nutzen können. Sie ist aber nicht die einzige Quelle. Eine Bonitätsprüfung kann auch Daten anderer Auskunfteien oder frühere Zahlungen beim Stromanbieter berücksichtigen. Deshalb sagen die drei Werbebegriffe etwas Unterschiedliches aus.
| Formulierung | Was damit gemeint sein kann |
|---|---|
| Strom trotz Schufa | Ein Vertrag kommt möglicherweise auch bei negativen Informationen zustande. Eine Prüfung ist nicht ausgeschlossen. |
| Strom ohne Schufa | Es wird gegebenenfalls keine Abfrage bei dieser bestimmten Auskunftei durchgeführt. Andere Prüfungen bleiben möglich. |
| Strom ohne Bonitätsprüfung | Die Aussage betrifft grundsätzlich den Verzicht auf eine Prüfung der Zahlungsfähigkeit oder des Ausfallrisikos. Ob das tatsächlich gilt, muss der Anbieter konkret bestätigen. |
Lesen Sie Tarifdetails, Datenschutzhinweise und Antragsbedingungen. Fragen Sie nach, welche Bonitätsprüfung stattfindet und welche Voraussetzungen für den Vertrag gelten. Eine kurze Werbeaussage beantwortet das oft nicht vollständig.
Warum prüfen Stromanbieter die Bonität?
Der Stromanbieter möchte abschätzen, ob Sie Ihre Rechnungen voraussichtlich bezahlen. Dafür kann er neben Ihren Personendaten auch bisherige Erfahrungen mit Ihnen prüfen. Welche Informationen er rechtlich verwenden darf und wie er sie bewertet, hängt vom jeweiligen Verfahren ab.
Ein Schufa-Eintrag wird nicht von jedem Anbieter gleich bewertet. Umgekehrt muss eine Absage nicht an der Schufa liegen: Auch eine falsche Zählernummer oder ein unpassender Tarif kann der Grund sein. Lesen Sie dazu Stromanbieter abgelehnt – was tun?.
Für die hier verglichenen Tarife gibt es keinen gemeinsamen Schufa-Grenzwert, der eine Zusage garantiert. Prüfen Sie daher konkrete Tarifbedingungen, statt sich auf Listen mit angeblich sicherer Annahme zu verlassen. Ein Anbieter kann Regeln ändern oder Ihren Antrag im Einzelfall anders bewerten.
Fragen Sie zunächst nach den Bedingungen. Schicken Sie persönliche Unterlagen nur, wenn klar ist, wer sie benötigt und wofür. Nutzen Sie dafür die vom Anbieter vorgesehenen Kontaktwege.
Abschlag, Vorauszahlung, Kaution und Prepaid
Bei eingeschränkter Bonität werden oft Vorkasse, Kaution oder Prepaid angeboten. Das ist nicht dasselbe wie ein monatlicher Abschlag. Mit Abschlägen zahlen Sie regelmäßig auf den erwarteten Jahresverbrauch. Bei der Jahresabrechnung wird geprüft, ob Sie zu viel oder zu wenig gezahlt haben. Ein kleiner Abschlag macht den Strom also nicht günstiger.
Bei Vorkasse zahlen Sie Strom für einen längeren Zeitraum im Voraus. Dieses Geld steht Ihnen für andere Ausgaben nicht mehr zur Verfügung. Geht der Anbieter insolvent, bekommen Sie es möglicherweise nicht vollständig zurück. Gerade bei knappem Budget sollten Sie dieses Risiko beachten.
Eine Kaution ist eine Sicherheit für den Anbieter. Sie bezahlt nicht automatisch Ihren Stromverbrauch. Fragen Sie vor der Zahlung nach Höhe, Zweck und Rückzahlung. In der Grundversorgung gelten dafür besondere gesetzliche Regeln; bei Sondertarifen müssen Sie auch die Vertragsbedingungen lesen.
Bei Prepaid zahlen Sie zunächst Guthaben ein, das anschließend für den Stromverbrauch genutzt wird. Solche Angebote gibt es nicht bei jedem Anbieter oder für jede Lieferstelle. Klären Sie, ob trotzdem eine Bonitätsprüfung stattfindet und was passiert, wenn das Guthaben aufgebraucht ist.
Rechnen Sie aus, wie viel Geld Sie zu Beginn und jeden Monat brauchen. Wählen Sie Vorkasse oder eine Kaution nicht nur in der Hoffnung, dadurch sicher angenommen zu werden.
Stromtarif ohne Schufa: Darauf sollten Sie achten
Vergleichen Sie Angebote immer mit derselben Postleitzahl und demselben Jahresverbrauch. Notieren Sie zu jedem Tarif die folgenden Punkte. So sehen Sie leichter, welches Angebot zu Ihrem Budget passt.
- Gesamtpreis: Wie hoch ist der Jahrespreis aus Grundpreis und Verbrauch? Werden einmalige Boni eingerechnet?
- Zahlungsweise: Sind monatliche Abschläge möglich oder wird eine größere Vorleistung verlangt?
- Zusätzliche Kosten: Fällt eine Kaution oder ein anderer zusätzlicher Betrag an?
- Bindung: Welche Erstlaufzeit und Kündigungsfrist werden vereinbart?
- Preisgarantie: Welche Preisbestandteile sind tatsächlich umfasst und welche ausgenommen?
- Annahme: Wann und durch wen erhalten Sie die verbindliche Vertragsbestätigung?
Prüfen Sie, wann ein Bonus ausgezahlt wird und welche Bedingungen Sie dafür erfüllen müssen. Ein Bonus am Jahresende hilft nicht beim nächsten Monatsabschlag. Rechnen Sie deshalb zunächst mit den Beträgen, die Sie tatsächlich zahlen müssen.
Fehlt eine wichtige Angabe, fragen Sie vor dem Antrag beim Anbieter nach. Das gilt besonders für Kaution, Vorkasse und mögliche Bonitätsprüfungen.
Zeigt der Vergleichsrechner Anbieter ohne Bonitätsprüfung?
Der Vergleichsrechner zeigt Stromtarife für Ihre Angaben. Er prüft auf dieser Website nicht, welcher Anbieter Sie sicher annimmt. Auch bei einem angezeigten Tarif kann später eine Bonitätsprüfung folgen.
Für den ersten Preisvergleich sind vor allem Postleitzahl und Jahresverbrauch nötig. Bei einem späteren Vertragsantrag kommen weitere Angaben hinzu. Lesen Sie dabei die Informationen des Vergleichsdienstes und des ausgewählten Stromanbieters.
Öffnen Sie die Tarifdetails und prüfen Sie Laufzeit, Zahlungsweise und Bonusbedingungen. Der erste angezeigte Preis allein reicht nicht für die Entscheidung. Für Ihren Vertrag gelten die konkreten Bedingungen des Anbieters.
Warten Sie auf die Vertragsbestätigung und den Lieferbeginn. Prüfen Sie gleichzeitig die Kündigungsfrist Ihres bisherigen Vertrags. Eine Tarifanzeige oder Eingangsbestätigung allein bedeutet noch nicht, dass der Wechsel klappt.
Was tun, wenn kein Stromanbieter zusagt?
Lehnt ein Anbieter ab, kann die Grundversorgung trotz Schufa eine Möglichkeit sein. Für sie gelten gesetzliche Pflichten und Ausnahmen. Fragen Sie den zuständigen Grundversorger nach der Anmeldung. Eine Garantie auf Strom ohne jede Prüfung folgt daraus nicht.
Haben Sie Stromschulden, bleiben diese auch bei einem neuen Tarif bestehen. Sprechen Sie über die offenen Beträge und mögliche Raten. Reicht das Geld nicht, wenden Sie sich an eine Schuldnerberatung oder andere zuständige Hilfestellen.
Bei einer drohenden oder bestehenden Sperre reicht ein neuer Vertragsantrag nicht aus. Fragen Sie den bisherigen Anbieter, wie sich die Sperre verhindern oder der Anschluss wieder freischalten lässt. Lassen Sie sich Zusagen schriftlich bestätigen.
Geben Sie richtige Vertragsdaten und einen realistischen Verbrauch an. Wählen Sie einen Tarif, dessen Abschläge Sie bezahlen können. Eine klare Zusage und bezahlbare Bedingungen sind hilfreicher als ein Werbeversprechen ohne genaue Angaben.
